Create

Durchfall loswerden

Aus Hau-tu.de

Wechseln zu: Navigation, Suche

[bearbeiten] Einleitung

Säuglinge, Kinder und ältere Menschen sollten bei starkem Durchfall umgehend einen Arzt aufsuchen. Wichtig ist immer der Ausgleich des Verlustes von Flüssigkeit und Salzen, da beides nur noch verringert über den Darm aufgenommen wird. Schwitzen durch Fieber oder Erbrechen verstärkt dieses Problem noch.

Der mit dem Durchfall verbundene Flüssigkeitsverlust kann zu Austrocknung (Dehydratation/Exsikkose), der gleichzeitig einhergehende Elektrolytverlust (Verlust von wichtigen Salzen wie Natrium- und Kalium-, Magnesium- und Chloridionen) dagegen kann zu Krämpfen führen. Bei andauerndem Durchfall können die Dehydratation und der Elektrolytverlust zum Tode führen. Andererseits wird empfohlen, den Durchfall nicht sofort mit Medikamenten (z. B. Loperamidhydrochlorid) zu stoppen, da dies die Ausscheidung von Krankheitskeimen behindert.

Der Durchfall von Säuglingen kann als Säuglingsdyspepsie das Zeichen einer Ernährungsstörung sein. Bei Säuglingen muss Durchfall besonders gründlich beobachtet werden, da diese sehr schnell austrocknen können.

Blutiger Durchfall muss in jedem Fall vom Arzt differentialdiagnostisch abgeklärt werden.

Bei einem akuten (nicht chronischen) Durchfall, der mit verunreinigten Lebensmitteln (z. B. bei/nach einem Aufenthalt in Ländern mit geringeren hygienischen Standards) im Zusammenhang steht, wird der Arzt in der Regel Mittel verschreiben, die den Darm beruhigen und die Darmflora wieder aufbauen. Evtl. zusätzlich noch eine Elektrolyt-Glucose-Mischung, mit der der Flüssigkeitsverlust (s.o.) ausgeglichen wird. Hält der Durchfall länger als 5–6 Tage an, wird der Arzt eine Stuhlprobe nehmen und sie auf pathogene Keime untersuchen, um gfls. Antibiotika gegen die Keime einzusetzen.



[bearbeiten] Hausmittel

Sind Bakterien oder Viren am Durchfall beteiligt, dann produzieren sie Stoffwechselgifte. Diese Stoffwechselgifte und ein Teil der Erreger können durch Aktivkohle aufgenommen werden. So können die Durchfallsymptome gelindert werden, während das Immunsystem den Kampf gegen die Erreger aufnimmt.


Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Empfehlungen, die darauf abzielen, den Elektrolythaushalt stabil zu halten. Das oft empfohlene Hausmittel „Cola und Salzstangen“ ist ungeeignet, da Salzstangen nicht das für den Organismus jetzt sehr wichtige Kaliumsalz beinhalten, und das in Cola enthaltene Koffein dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entzieht. Darüber hinaus bläht die Kohlensäure den strapazierten Darm auf und sorgt für Bauchschmerzen. Besser sind Aprikosen oder Bananen. Sie enthalten viel Kalium und sind zudem gut bekömmlich. Bananen werden auch wegen ihrer stopfenden Wirkung empfohlen.

Als einfaches Hausmittel kann auch geraspelter Apfel genannt werden, da dieser neben einem reichen Vorrat an Elektrolyten auch schonend auf den Magen-Darm-Trakt wirkt. Besonders bei Kleinkindern ist diese Behandlung empfehlenswert.

Auch zu Empfehlen sind Kohletabletten. Diese sind geschmacklich nicht gerade ansprechend, helfen aber ungemein.

Orale Rehydrationslösung wird weltweit angewendet, um den Flüssigkeitsverlust so gering wie möglich zu halten. Dieses Mittel wird sowohl als freiverkäufliches Hausmittel eingesetzt als auch von Ärzten verordnet. Besonders in Trikontländern und bei schweren Epidemien (z. B. von Cholera) ist sie oft lebensrettend.

In Thailand verwendet man traditionellerweise Kratom (Mitragyna speciosa) gegen Durchfallerkrankungen. Die Anwendung sollte allerdings unbedingt von einem Arzt oder einem erfahrenen Konsumenten überwacht werden, da Überdosierungen eine starke Übelkeit auslösen. Kratom ist in Europa weitgehend unbekannt.

Bei länger anhaltenden Durchfällen muss in jedem Fall die Ursache abgeklärt werden.

[bearbeiten] Hygiene

Das massenweise und oftmals sogar tödliche Auftreten von Durchfallerkrankungen in der Dritten Welt, früher aber auch in Europa ist/war meist auf mit Krankheitserregern verseuchtes Trinkwasser zurückzuführen. In Deutschland waren es Ende 19. Jahrhunderts vor allem große Cholera-Epidemien, die den Anstoß für den Bau von Kanalisationsanlagen gaben.

Wo es an einer Kanalisation zum Abführen menschlicher Fäkalien fehlt, dringen diese samt Krankheitserregern in Flüsse, Seen und Brunnen. Nach Schätzung der UNO haben 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu hygienischen Sanitäranlagen und 1,1 Milliarden Menschen müssen sich aus verschmutzen Wasserquellen versorgen.

Abhilfe bieten eine dichte Kanalisation, Rohrleitungen die sauberes Wasser heranführen, Tiefbrunnen, die nicht verseuchte Schichten erschließen, oder Desinfektion des Wassers.

Wo diese Abhilfemethoden nicht zur Verfügung stehen, kann man sich mit der von Martin Wegelin entwickelten Methode Solare Desinfektion (SODIS) helfen. Diese nutzt die keimabtötende Wirkung des UV-Lichtes der Sonne, in dem das Wasser einfach in durchsichtigen Flaschen mit maximal 2 Liter Inhalt (z. B. PET-Flaschen) ans Tageslicht, z. B. auf das Dach einer Hütte, gelegt wird. Bei bedecktem Himmel nach zwei Tagen, bei voller Sonne nach 6 Stunden sind alle Krankheitserreger abgetötet. Allein diese Maßnahme hat die Zahl von Durchfallerkrankungen um 50 % gesenkt. (Quelle: Samiha Schafy: Der Wasserprediger in Der Spiegel, Nr. 29 vom 16.7.2007, S. 116–118)

Bewerte diese Anleitung

Bewertung: 4.7/5 (3 Stimmen)

Presse | Kontakt | Impressum | Anleitungen | Über Hau-tu |Hau-tu Blog

Copyright 2008, hau-tu.de. All Rights Reserved.