Unterricht schwänzen für Dummies

Den Unterricht zu versäumen ist ein Bestreben das viele Schüler verspüren. Wir werden nachfolgend nicht auf die moralische Zwickmühle eingehen, die sich dem Schwänzenden auftut, sondern vielmehr eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, für all diejenigen die diesem Drang nachgeben möchten, bereitstellen.

Anleitung

Der Vorgang des (Unterricht) Schwänzens gliedert sich in zwei wesentliche Stränge:

1.Planung

1.1

Sorgfältig und im Vorraus sollte die Gefahr des Erwischtwerdens abgewogen und für gering bewertet werden. Man sollte außerdem darauf achten, dass keine Notenfeststellung ( außer in speziellen Fällen) in der zu versäumenden Stunde ansteht. Weiter sollte man darauf achten, dass nicht zuviele Schüler der selben Vorlesung/ Klasse zeitgleich dem Unterricht fernbleiben. Dieser Punkt ist essentiell für das unerkannte Arbeiten.
Außerdem sollte man sich überlegen was man in der Stunde, welcher man fernbleiben will, alternativ machen will. Denn eine Schulstunde zu versäumen und dann keiner sinvollen Tätigkeit nachzukommen sollte für niemanden erstrebenswert sein.

Mögliche Tätigkeiten:

  • Lernen
  • Essen gehen
  • Fußball spielen
  • Früher nach Hause gehen
  • Vorbereitungen (Hausaufgaben, Referate etc.) für „wichtigere“ Fächer treffen

Diese Tätigkeiten sind hier nur Exemplarisch aufgelistet, denn über sein Motiv muss sich jeder einzelne Schwänzer selbst im klaren sein, da diese, bedingt durch verschiedene Situationen stark variieren können. Nicht variieren sollte hingegen der weitere Verlauf der Planung, was nicht heist unflexibel zu sein/werden, sonder schlicht die Planung konsequent durchzuführen.

1.2

Nachdem nun dir vorrangehenden Grundgedanken vollführt wurden folgt die Ausarbeitung des Alibis:
Dem Unterricht ohne Erklärung bei der abhaltenden Lehrkraft fern zu bleiben ist nicht ratsam, da der Großteil der Lehrerschaft dazu neigt, in diesen Fällen sofort diverse (Ordnungs-/Disziplinar-)Maßnahmen zu ergreifen. Das Alibi sollte immer sorgfältig auf den jeweiligen Dozenten abgestimmt sein, da sich diese in ihrer pädagogischen Grundhaltung, Lebensphilosophie und ihrem Charakter stark unterscheiden.
So breitgefächert wie das Spektrum an unterschiedlichsten Lehrertypen ist folglich auch das Spektrum an Alibis/ Ausreden die vorgebracht werden können um dem Unterricht mit Erfolg fernzubleiben. Feingefühl, Menschenkenntnis und Kreativität sind bei der Erschaffung eines solchen schützenden Konstrukts von Nöten um sicher gehen zu können, dass man nicht enttarnt wird. Mangelt es an einem der drei Eigenschaften, so sollten dringlichst Mitschüler/-kommilitonen um Hilfe ersucht werden.

1.3.

Nur unter der nachlässigen Hand einiger, weniger Lehrkräfte kann man den Unterricht ganz ohne die Hilfe der oder des „Komplizen“ schwänzen, was diesen überflüssig macht. Sollte man aber, und das ist meistens der Fall, nicht dieses Glück haben ist man gezwungen Mitschüler/-kommilitonen zu Rate zu ziehen. „Komplizen“ sind in zwei unterschiedlichen Funktionen hilfreich, wobei eine Person beide Funktionen in Personalunion nur schwerlich vollbringen kann:

1.3.1

Die eingeweihte Person verbleibt an der Unterrichtsräumlichkeit, um dort die Lage im Blick zu haben und gegebenenfalls per Handy über brenzlige Situationen zu informieren. Weiterhin ist diese Person durch ihr Wissen befähigt, die Lehrkraft zu besänftigen und bei Rückfragen betreffs des Verbleibs der vermissten Person falsche(!) Auskunft zu geben, um die Aufmerksamkeit wieder zurück zum Unterrichtsgeschehen und weg von etwaigen Vermissten/ Fehlenden Schülern zu lenken.

1.3.2

Der „Komplize“ hilft, im Gegensatz zu (1.3.1) aktiv bei Planung und Durchführung mit und verlässt zusammen mit dem Initiator die Räumlichkeiten. Der daraus resultierende Vorteil liegt in der Gesellschaft eines Gleichgesinnten, der zumeist die Motive für das „Schwänzen“ teilt oder zumindest für Gesellschaft, als Ersatz für die Klassengemeinschaft, sorgt.

2.Durchführung

2.1

Wählt man beim Schwänzen den direkten Weg, bedeutet das, dass man bis zum Erscheinen der Lehrkraft im Klassenzimmer/ Hörsaal verweilt und bei deren Erscheinung dann, untermalt und unterstützt von schauspielerischen Passagen, das Alibi vorgebracht wird. Der Übergang von Planung zur Durchführung erfolgt hierbei passend zum Stunden wechsel, am Ende der Pause oder jeweils einige Minuten später.
Dieser Weg birgt die große Gefahr, dass es an schauspielerischem Talent mangelt und in Folge dessen die Glaubwürdigkeit des Lügengespinnsts drastisch sinkt. Zudem reagieren Lehrkräft, je nach Alibi, oft mit heftigem Debattieren, in dessen Folge man Gefahr läuft zu unterliegen, und somit zur Anwesenheit gezwungen wird.

2.2

Der indirekte Weg macht eine Person nach (1.3.1) erforderlich, da man selbst beim Eintreffen der Lehrkraft an den Räumlichkeiten bereits längere Zeit abwesend ist. Hier hat die Durchführung unmittelbar nach dem Verlassen des Klassenzimmers durch den vorherigen Lehrer und möglichst noch vor dem Stundenwechsel oder während(!) der Pause zu erfolgen. Der Aufenthaltsort sollte während der Planung kurz mit überdacht werden, kann aber auch spontan gewählt werden. In beiden Fällen ist genügend Sicherheitsabstand zum Klassenzimmer bzw. zu der Zone in der der Lehrer sich üblicherweise bewegt, strikt einzuhalten, da sonst bei einer Begegnung eine Konfrontation zweier unterschiedlicher Parteien stattfinden würde, in der der Schüler möglichweise das Nachsehen hätte. Während man zum Bestimmungsort gelangt oder wenn man sich dort gerade niederlässt trägt der Komplize nach (1.3.1) der Lehrkraft das zuvor erdachte Alibi vor.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT