Zeitmanagement – Alles was wichtig ist

Auch wenn die Überschrift die männliche Form „Herr“ hat, der Artikel gilt auch für weibliche Leser. Es geht hier darum, wie man es schafft, dass einem die Zeit nicht davonrennt. Wie man es hinkriegt, dass nicht die Zeit der Herr ist und man selbst ein von der Zeit geprügelter Sklave.

Anleitung

  1. Schriftlich leben.
    1. Man besitze nicht nur einen Kalender, sondern man benutze ihn auch. Nämlich zur Planung eines jeden Tages. Wenn man die Dinge einfach auf sich zukommen lässt, kommt man am Ende nicht mehr hinterher. Und vor allem sind dann eben „diese Dinge“ diejenigen, die meinen Zeitverbrauch bestimmen.
      • Gelegentlich hat man dann auch den Vorteil, dass man, wenn jemand einem Zeit zu einem bestimmten Termin stehlen will, man sagen kann: „Da habe ich schon einen Termin.“ Dass im Kalender nur „Schlafzimmer saugen“ steht, muss der andere ja nicht wissen.
    2. Man besitze eine Aufgabenliste und benutze sie auch. Auf diese Liste kommen alle (!) Aufgaben, die man zu erledigen hat. Sonst fängt man nämlich eine Aufgabe an, stolpert dabei über etwas anderes, was auch erledigt werden muss, und aus Angst, dass man es vergisst, erledigt man es schnell, wobei man auf eine andere Aufgabe stößt, die auf Erledigung wartet, und aus Angst, dass man sie vergessen könnte ……
  2. Ziele definieren. Oder landläufiger ausgedrückt: Wissen, was man will. Wissen, was man bis Jahresende oder bis zum nächsten Geburtstag erreicht haben will. Sonst weiß man nämlich nicht, was man machen muss und was man weglassen kann. Jetzt kann ich selber bestimmen, was ich in der Zeit, die ich habe, machen will. Denn ich weiß jetzt, was am Ende bei rauskommen soll.
  3. Prioritäten beachten. Es reicht nicht, zu wissen, was für einen selbst höchste Priorität hat, sondern man muss auch danach handeln. Also: Immer das Wichtigste zuerst – nicht das Dringendste! Nicht zuerst die eMails abholen und alle Anrufe erledigen!
    • Zu diesem Punkt gehört auch, dass man das Unangenehmste immer zuerst macht. Wenn man das Unangenehme nämlich so lange herauszögert, bis es sich nicht mehr vermeiden lässt, dann belastet es die ganze Zeit bis dahin. Und es bremst mich aus, kostet also Zeit. Habe ich es aber hinter mich gebracht, bin ich wie beflügelt – und spare bei den folgenden Aufgaben Zeit.
  4. Gewohnheiten entwickeln. Jeder weiss, wie machtvoll Gewohnheiten sind. Man weiß es vor allem von schlechten Gewohnheiten – mit den guten hat man meistens nicht so viel Erfahrung. Aber wenn etwas eine Gewohnheit geworden ist, dann läuft es von alleine. Man spart mal mindestens die Zeit, die man sonst brauchen würde, um sich aufzuraffen.
  5. Leerzeiten sinnvoll nutzen. Wenn ich warten muss und die Zeit nutzlos verrinnt, und wenn ich mich dann ärgere, dann ist die Zeit wieder Herr über mich. Wenn ich für solche Zeiten etwas vorbereitet habe, mit dem ich solche Zeiten sinnvoll füllen kann, bin ich wieder Herr über die Zeit.
  6. Bestimmt eigentlich die Zeitung, wie lange ich sie lese, oder bestimme ich, wie lange ich die Zeitung lese?
  7. Termine und Fristen setzen. Für das Putzen des Erdgeschosses gebe ich mir 55 Minuten plus Putzmaterial wegräumen. Wenn die 55 Minuten rum sind, aufhören zu putzen, egal wie weit man ist.
    1. Damit arbeite ich zum einen schneller, denn ich habe nicht das Gefühl, dass diese Arbeit sich endlos zieht. Ich weiss: Nach 55 Minuten darf ich was anderes machen.
    2. Es gibt Arbeiten, die werden im Grunde nie fertig. Nicht nur Putzen gehört dazu, auch Internet-Recherche oder eMails lesen. Also bestimme ich, wann sie fertig sind, und zwar vorher. Bestimmt das Putzen mich oder bestimme ich das Putzen?
  8. Es ist ziemlich sinnlos, alle erdenktlichen Zeit sparenden Geräte einzusetzen, um die eingesparte Zeit dann mit sinnloser Berieselung vor dem Fernseher zu verbringen.
  9. Nein sagen. Nur so garantiere ich, dass ICH Herr über meine Zeit bin und nicht alle anderen. (Die für gewöhnlich versuchen, Herr über ihre eigene Zeit zu werden, indem sie mir irgendwelche Aufgaben zuschieben.)
    • Man muss nicht in jedem Film, bei jedem Event und allen Partys gewesen sein! Lernen wir von Ursula von der Leyen: Die geht auf absolut keine Empfänge!

Warnungen

  • Wenn Du gar nicht weisst, was Du mit der Zeit anfangen sollst, über die Du nun Herr bist – wenn also Deine Ziele nicht definiert sind – dann ist die ganze Mühe mit der Beherrschung der Zeit natürlich umsonst. Was nützt Dir gewonnene Zeit, wenn Du sie anschließend totschlagen musst?

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